Mahnbescheid: Kosten und Umsetzung

Der Mahnbescheid ist für Unternehmen ein weiterer Schritt im Mahnwesen, um säumige Gläubiger zur Zahlung offener Forderungen zu bewegen. Doch auch wenn der gerichtliche Weg auf den ersten Blick erfolgversprechend ist, sind mit dem Mahnbescheid Kosten und zusätzlicher Aufwand verbunden.

Was ist ein Mahnbescheid?

Ein Mahnbescheid ist ein Mahnschreiben, das vom zuständigen Amtsgericht erlassen wird. In diesem Schreiben wird dem säumigen Kunden eine Frist gesetzt, innerhalb derer er die gegen ihn erhobenen Forderungen bezahlt. Kunden können auch einen Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen. Kommt der Kunde weder der Zahlungsverpflichtung nach, noch legt er Widerspruch ein, folgt in einem zivilrechtlichen Prozess der Vollstreckungsbescheid. Er kann im schlimmsten Fall zur Zwangsvollstreckung des Kunden zum Begleichen der offenen Forderungen führen.

Wichtig: Das Amtsgericht prüft nicht, ob die im Mahnbescheid erhobenen Forderungen berechtigt sind. Deshalb haben Gläubiger auch das Recht zum Widerspruch gegen den Bescheid.

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Wie viel kann ein Mahnbescheid kosten?

Die Kosten für den gerichtlichen Mahnbescheid richten sich, wie bei Gericht üblich, nach dem Streitwert. Die Kalkulation der Gerichtskosten für die Mahnung gibt das Gerichtskostengesetz in der Anlage I vor. Demnach wird für jedes Mahnverfahren eine halbe Gebühr erhoben. Unabhängig vom Streitwert wird beim gerichtlichen Mahnbescheid immer eine Mindestgebühr von 32 Euro angesetzt.
Damit wären zunächst die Kosten für den Mahnbescheid selbst umrissen. Diese gehen zu Lasten des säumigen Kunden.

Doch neben diesen Kosten können beim gerichtlichen Mahnbescheid auch noch Kosten für den Gläubiger entstehen:

  • Kosten für Rechtsanwälte oder Rechtsberater: Um das gerichtliche Mahnverfahren korrekt einzuleiten, nehmen viele Unternehmen die Hilfe von Rechtsanwälten in Anspruch. Diese erheben ein Honorar für ihre Arbeit.
  • Kosten für Gerichtsverfahren: Legt ein Kunde Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein, kann daraus ein Zivilrechtsverfahren vor Gericht entstehen, das mit Gerichtskosten sowie Kosten für die anwaltliche Vertretung verbunden ist. Wie hoch die Gerichts- und Anwaltskosten ausfallen, hängt wiederum vom verhandelten Streitwert ab. Verliert der Gläubiger den Prozess, muss er die Gerichtskosten komplett tragen.

Der säumige Kunde muss mit weiteren Kosten aus dem Mahnbescheid rechnen, wenn er die Hauptforderung weiterhin nicht begleicht. In diesem Fall darf der Gläubiger Zinsen erheben. Der Zinssatz orientiert sich am Basiszinssatz der Bundesbank. Die Angabe zu Verzugszinsen wird im Mahnbescheid aufgeführt.

Gerichtlicher Mahnbescheid vs. Mahnung

Der gerichtliche Mahnbescheid ist nicht mit dem außergerichtlichen Mahnverfahren zu verwechseln. Mahnbescheid und Mahnung werden im Alltag zwar häufig gleichbedeutend verwendet, allerdings gibt es grundlegende Unterschiede:

  • - wird vom Amtsgericht erlassen

  • - kann ein gerichtliches Vollstreckungsverfahren zur Folge haben

  • - Kosten richten sich nach dem Streitwert

  • - festgelegter Ablauf mit Fristen

  • - zivilrechtliches Verfahren

  • - vom Gläubiger/ Inkassounternehmen an den säumigen Kunden

  • - gerichtliches Verfahren nach Ablauf aller Mahnstufen

  • - Mahngebühren individuell erhoben, nicht höher als Forderung

  • - abhängig von der Fristsetzung bei der Rechnungsstellung

  • - außergerichtliches Verfahren

Gerichtliches Mahnverfahren

Bei einem gerichtlichen Mahnverfahren kann die Geldforderung vollstreckt werden, ohne dass vor dem Gericht Klage erhoben wird. Das Gericht prüft nicht, ob eine Forderung berechtigt ist. Es gibt demnach keine mündliche Verhandlung oder Beweisaufnahme. Somit handelt es sich bei dem gerichtlichen Mahnverfahren um einen möglichst kostensparenden und einfach gehaltenen Rechtsweg, den Unternehmen gegen säumige Kunden einschlagen können. Ein Rechtsanwalt wird dafür nicht benötigt. Häufig kann das Verfahren online beantragt und vollautomatisiert vom zuständigen Amtsgericht durchgeführt werden.
Erst mit einem Widerspruch durch den Kunden oder im Zuge einer Vollstreckungsklage muss das Gericht aktiv werden.

Welche Schritte gehen einem Mahnbescheid voraus?

Welche Schritte gehen einem Mahnbescheid voraus?

Der gerichtliche Mahnbescheid ist meist die Konsequenz aus einem erfolglosen außergerichtlichen Mahnverfahren. Denn die Voraussetzung für den Mahnbescheid ist, dass der Kunde in Verzug ist. In Verzug ist er dann, wenn in der Mahnung ein fester Zahlungstermin gesetzt wurde und dieser überschritten wird. Sobald sich ein Kunde in Verzug befindet, muss der die Kosten für das außergerichtliche und gerichtliche Mahnverfahren tragen. Neben diesen Kosten können auch Verzugszinsen erhoben werden.

Muss ein säumiger Kunde auch die Mahnbescheid-Kosten übernehmen, wenn er die fällige Summe bereits bezahlt hat?

Selbst wenn der Kunde die offene Forderung bereits beglichen hat, kann er zur Übernahme der Mahnbescheid-Kosten verpflichtet sein. Das gilt dann, wenn er bei der Beantragung des Mahnbescheids durch den Gläubiger bereits in Verzug war. Da ein gerichtlicher Mahnbescheid ohnehin nur bei Verzug ausgestellt wird, müssen säumige Kunden in der Regel immer die Kosten für den Mahnbescheid tragen. Eine Ausnahme wäre ein erfolgreicher Widerspruch, weil die Mahnung erfolgte, obwohl die offene Forderung bereits beglichen wurde oder weil die in der Rechnung aufgeführte Leistung nicht erfolgt ist.

Welche Vorteile hat ein Gläubiger durch einen gerichtlichen Mahnbescheid?

Unternehmen, die den gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, profitieren von einem automatisierten Mahnverfahren, das auch online angestoßen werden kann. Anwaltliche Unterstützung ist meist nicht notwendig, sodass der Aufwand für die Beantragung eines Mahnbescheids relativ gering ist. Allerdings sollten sich Firmen immer bewusst sein, dass ein gerichtliches Mahnverfahren sich negativ auf die Kundenbindung auswirken kann. So kann ein Zahlungsverzug auch dadurch entstehen, dass der Kunde selbst auf Eingänge warten muss.

Können säumige Kunden einem Mahnbescheid widersprechen?

Jeder Kunde kann dem Mahnbescheid innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Zustellung des Dokuments widersprechen. Wichtig ist, dass er überhaupt auf das Schreiben reagiert. Erhält das Gericht nämlich keine Rückmeldung, kann nach Ablauf der zweiwöchigen Frist ein Vollstreckungsbescheid erstellt werden. Im Falle eines Widerspruchs wird ein gerichtliches Verfahren eingeleitet. Darin prüft das Gericht, ob die Forderung berechtigt ist.

Hat ein erstellter Mahnbescheid Folgen für die Schufa und andere Auskunfteien?

Grundsätzlich geben Gerichte keine Informationen zu Mahnbescheiden an Auskunfteien wie die Schufa weiter. Wenn es dennoch zu einem Eintrag kommen sollte, kann der Gläubiger dafür verantwortlich sein. Er hat das Recht die Informationen weiterzugeben. Allerdings müssen verschiedene Kriterien dazu erfüllt sein. So muss der säumige Kunde mindestens zwei Mahnungen erhalten haben, welchen er nicht widersprochen hat.

Was folgt nach einem gerichtlichen Mahnbescheid?

Mit dem gerichtlichen Mahnbescheid erhält der säumige Kunde eine Frist von zwei Wochen, innerhalb derer er Widerspruch einlegen oder die offene Forderung inklusive der Kosten für den Mahnbescheid begleichen kann. Gibt es innerhalb der Zweiwochenfrist weder einen Widerspruch noch einen Ausgleich der Forderung, kommt es zum Vollstreckungsbescheid. Sobald dieser ausgestellt ist, können Gläubiger eine Zwangsvollstreckung in die Wege leiten. In diesem Fall kann ein Gerichtsvollzieher Wertgegenstände oder Geldmittel pfänden, um damit die offenen Forderungen zu begleichen. Der Kunde kann zwar auch gegen die Zwangsvollstreckung Widerspruch einlegen, verlängert aber dadurch nicht die Frist.

Mit collectAI hohen Kosten- und Verwaltungsaufwand beim Mahnwesen vermeiden

Das gerichtliche Mahnverfahren mit anschließender Vollstreckungsmöglichkeit sollte immer der letzte Schritt im Mahnwesen sein. Denn auch wenn die Möglichkeiten der digitalen Beantragung von Mahnbescheiden und die vergleichsweise unbürokratische Lösung des gerichtlichen Mahnverfahrens auf den ersten Blick einfach erscheinen, ist damit dennoch viel Aufwand verbunden.

Wichtiger ist es deshalb, bereits das Forderungsmanagement zu optimieren, um aufwändige gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Das digitale Mahnwesen von collectAI hilft Ihnen dabei, säumige Kunden zielgenau anzusprechen. Die selbstlernende, smarte Software optimiert den kompletten Mahnungsprozess kontinuierlich, sodass Sie mit einer hohen Erfolgsquote rechnen können. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur Personalkosten, sondern sorgen für eine faire Kundenkommunikation, die auf beiden Seiten zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.