Wiebke Tschorn – 04. Juni 2021

Meinung

2,4% weniger Rechnungskäufe: Darum verliert die beliebte Bezahlmethode an Bedeutung

30,4 Prozent aller Online-Käufe wurden in 2020 per Rechnung bezahlt. Das sind 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr, beweist das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI in seiner Studie „Online-Payment 2021“. Zwar bleibt die Zahlung per Rechnung weiterhin Nummer eins der meistgenutzten Zahlarten im E-Commerce in Deutschland, gibt aber deutlich Anteile an den Zahlungsdienstleister PayPal ab.

Warum verliert der Rechnungskauf so signifikant Anteile an PayPal?  

Meine Einschätzung: Der Grund ist die digitale Customer Journey. 

Denn: Paypal hat einen entscheidenden Vorteil. Die Nutzung ist kinderleicht! Kund*innen melden sich einfach mit ihrem Benutzernamen und Passwort an und können die Zahlung sofort durchführen. In vielen Fällen ist es für Kund*innen somit einfacher und schneller eine Online-Bezahlmethode zu verwenden.

Bequem und mühelos: so geht Bezahlen in der idealen Welt

Wir Menschen bevorzugen gerne den einfachsten Weg – das gilt auch beim Bezahlen. Komfort schlägt in diesem Fall die Nachteile: Kund*innen bezahlen mit PayPal stets vorab die komplette Bestellung, bevor sie diese physisch in den Händen halten. 

Insbesondere bei Mode-Auswahlbestellungen mit mehreren Größen und Farben kann das spürbar und sehr unangenehm sein. Behalten wird dabei stets die passende Größe in der Lieblingsfarbe. Die übrigen Kleidungsstücke werden retourniert. Ein klassischer Anwendungsfall für einen Rechnungskauf, da dabei kein Geld vorgelegt werden muss. Nach Anprobe bezahlen Kund*innen nur, was sie behalten.

Die Bedeutung der digitalen Payment Journey wächst

Aus meiner Sicht ist dies der Hauptgrund für die Beliebtheit der Rechnung. Denn: Der Rechnungskauf hat sich in den letzten 50 Jahren kaum weiterentwickelt. Auch heute kommt die Rechnung häufig noch in haptischer Papierform – teilweise unübersichtlich gestaltet, dazu muss der offene Betrag manuell errechnet und überwiesen werden. Mit Blick auf die Customer Journey ist das sehr unkomfortabel für Kund*innen und geht einher mit dem hohen Risiko des Verrechnens und Vertippens. Ich sehe einen direkten Zusammenhang zwischen dem steigenden Stellenwert der Customer Journey, dem Anteilsverlust der Rechnung und der Zunahme in der Nutzung von PayPal. 

Der traditionelle Rechnungskauf muss moderner und digitaler werden

Aber warum nicht die Rechnung einfach digitalisieren? Warum gestalten wir sie nicht genauso komfortabel, mit einer einfachen digitalen Payment Journey wie andere moderne Bezahlmethoden? 

Das hieße, Kund*innen kaufen erst per Rechnung, erhalten dann z.B. eine Email mit einem Link auf eine interaktive Bezahlseite. Dort wählen Kund*innen dann selbst, welche Artikel sie bezahlen und welche Zahlart sie dazu nutzen möchten.

So werden beide Vorteile kombiniert – zum einen die digitale komfortable Customer Journey, durch die das Bezahlen einfach und bequem für Kund*innen möglich ist – und zum anderen muss kein Geld von Kund*innen im Voraus gezahlt werden.

Das sind die Vorteile von interaktiven Rechnungen für Händler

Der Vorteil von digitalen Rechnungen für Händler ist, dass geringere Kosten bei einem Mix verschiedener Zahlarten nach dem Kauf auf Rechnung entstehen, als bei Zahlungen ausschließlich über PayPal. 

Zudem kann langfristig das Papier für die Rechnung eingespart werden. Das senkt nicht nur Kosten für Papier und Porto, sondern ist auch nachhaltig. Funktioniert der Prozess unkompliziert, zahlen Kund*innen in der Regel schneller. Ohne manuelles Abtippen der Überweisungsdaten wird die Fehlerquote minimiert – das bedeutet weniger Arbeit beim Abgleich der Zahlungseingänge.

Mein Fazit: Die Vorteile der Bezahlung auf Rechnung für Kund*innen und Händler*innen lassen sich durch eine digitale Customer Journey kombinieren. 

Es wird höchste Zeit die Rechnung zu digitalisieren!

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